Wenn das mal alles so einfach wär’
Juni 6th, 2008 von
Matze
Wer kennt das nicht? “Tut er’s oder tut er’s nicht?”, “Soll ich’s wirklich machen, oder lass’ ich’s lieber sein? – Jein!” Es gibt im Leben eben jene beschissenen Momente, in denen man sich entscheiden muss. Dumm nur, dass eben von diesen wirklich schwierigen Entscheidungen eben immer so wahnsinnig viel abhängt.
Rotwein oder totsein? – Auf jeden Fall der Rotwein! Wer weiß?! Vielleicht gibt’s zum edlen Gesöff auch gleich noch ein Paar nette, lange Beine. Oder Brüste mit ‘ner Frau hinten dran?! Schaden tut der Stoff so oder so nicht – maßvollen Konsum vorausgesetzt.
Glas halb voll oder halb leer? – Das ist schon kniffliger. Während Optimisten ja bekanntlich wesentlich unbeschwerter ihr Dasein fristen, als eben jene unbeschreiblich niederlaunigen Weggefährten mit dem passenden Namen Pessimisten, wird ersteren von letzteren häufig entgegen gehalten, dass Pessimisten Optimisten mit Erfahrung seien. Nicht schlecht. Doch lässt sich hier auch kontern, dass ein Optimist ein Pessimist ist, der nachgedacht hat. Ich entscheide mich auf jeden Fall für das halb volle Glas.
Geld zurück oder nicht? – Noch komplizierter: Ein großer Elektronikdiscounter wirbt derzeit damit, dass es für jedes Tor, das Deutschland innerhalb der Spiel- und Nachspielzeit des EM – Finales 2008 schießt, 100,00 Öcken zurück gibt, wenn der Wert der bis morgen zu kaufenden Ware einen Preis von 500,00 €uro-Mark überschreitet. Als wären die “Spielregeln” nicht schon komplex genug, kommt hinzu, dass ich hier gegen meine Handlungsmaxime aus dem vorherigen Punkt sprechen muss: “Ich glaube an euch, Löwi – Elf. Zumindest bis zum Halbfinale.”
Sein oder nicht sein? – Okay. Hier ist Endstation. Nicht sein im Sein. Nicht verstanden? – Nicht schlimm.
Was die ganzen seltsamen Fragen mit den noch seltsameren Antworten bedeuten sollen? Es ist eigentlich ganz einfach. Wenn man vor einer wirklich schweren Entscheidung steht, ist es wichtig, seine eigenen Maxime (nicht die Männermagazinsammlung) nicht zu verraten. Entscheidungen sind meist nur dann richtig und ehrlich, wenn sie aus dem Bauch heraus gefällt werden. Da wir aber leider im Land der Dichter und vor allem Denker leben, ist diese Weise der Entscheidungsfindung sehr in den Hintergrund getreten. Da wird jede noch so kleine Entscheidung mit einer Diskussion geehrt und einer Beachtung und Aufregung “gewürdigt”, dass häufig vergessen wird, was uns wirklich glücklich macht:
Die Leichtigkeit des Seins mit all seiner Komplexität und allen Konsequenzen. Macht was draus. Seid ihr selbst. Das passt alles schon so, wie es ist und wie ihr es entscheidet.
Und jetzt: Ein paar halb volle Gläser Rotwein, eine nette “Begleitung” und dann das sichere Wissen, dass zumindest das momentane Nicht-Sein ein ganz klares Verbotsschild in die Kauleiste gedrückt bekommt.
Und wenn man dann auch nur die Option hat, irgendwelches Geld zurückfordern zu können oder zu wollen, hat man irgend etwas verdammt falsch entschieden….
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